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Dieselmotoremissionen

Es treten häufig Fragen zum Thema Dieselmotoremissionen (DME) in Feuerwehrhäusern und Stützpunkten von Hilfeleistungsorganisationen auf. Insbesondere führen im Internet und anderen Medien veröffentlichte Messberichte, die nicht mehr den Stand der Technik und die aktuelle Vorschriftenlage abbilden, zu Verunsicherungen.

 

Grundsätzliches

 

Fahrzeuge mit Dieselmotoren setzen beim Betrieb DME frei, die eine kanzerogene (krebserzeugende) Wirkung haben. Für Tätigkeiten von Beschäftigten in Arbeitsbereichen, in denen DME auftreten können, gelten die Anforderungen der „Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen“ (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV). Die Gefahrstoffverordnung gilt, als einzige staatliche Arbeitsschutzvorschrift, auch für ehrenamtlich tätige Personen z.B. bei den freiwilligen Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen, da sie sich nicht nur aus dem Arbeitschutzgesetz sondern auch aus dem Chemikaliengesetz ableitet. Die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung werden durch die Technischen Regeln für Gefahrstoffe „Abgase von Dieselmotoren“ (TRGS 554, Ausgabe Oktober 2008) konkretisiert. Die Anforderungen an Abstellbereiche sind in der Anlage 4 Nummer 5 aufgeführt.

 

Schutzmaßnahmen

 

1. Abstellbereiche mit nur einem Stellplatz

In Abstellbereichen von Feuerwehrhäusern und Stützpunkten von Hilfeleistungsorganisationen mit nur einem Stellplatz ist eine Gefährdung von Personen gemäß TRGS 554 nur dann nicht anzunehmen, wenn:

 

                  .   Abstellbereiche baulich von anderen Bereichen, z.B. Umkleideräumen, Aufenthaltsräumen, abgetrennt sind.
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die Fahrzeuge unmittelbar nach dem Starten ausfahren und sich im Abstellbereich keine weiteren Personen aufhalten bzw. umkleiden.
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Reinigungs- und kleinere Instandhaltungsarbeiten innerhalb der abgestellten Fahrzeuge nur bei abgestelltem Motor und belüfteter Halle durchgeführt werden.
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bei Ein- und Ausfahrten des Einsatzfahrzeuges sich außer dem Fahrer im Fahrzeug keine Personen im Abstellbereich aufhalten. Der Fahrer muss den Abstellbereich des Fahrzeuges nach der Fahrzeugbewegung direkt verlassen, bis die Belüftung (die Lüftungsöffnungen müssen sich jeweils an den entgegen gesetzten Gebäudeseiten befinden) abgeschlossen ist.
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diese Abstellbereiche mit einer raumlufttechnischen Anlage (RLT) ausgestatten sind, falls nicht durch ausreichende freie Lüftung sichergestellt ist, dass DME abgeführt werden. Die Nachlaufzeit der RLT bzw. die Aufhaltung vorhandener Zu- und Abluftöffnungen muss ausreichend bemessen sein, um die bei einer Fahr- zeugbewegung entstehenden Abgase abzuführen.

 

2. Abstellbereiche mit mehr als einem Stellplatz

In Abstellbereichen von Feuerwehrhäusern und Stützpunkten von Hilfeleistungsorganisationen mit mehr als einem Stellplatz gilt demnach Folgendes:

                  .   In Abstellbereichen von dieselgetriebenen Fahrzeugen, sind Dieselmotoremissionen, die insbesondere beim Starten und Aus- bzw. Einfahren entstehen, so abzuführen, dass keine Personen durch sie gefährdet werden.
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Dazu sind Dieselmotoremissionen grundsätzlich am Abgasaustritt zu erfassen, oder es sind fest eingebaute oder aufgesteckte Dieselpartikelfilter (DPF) zu verwenden. Werden DPF verwendet, so müssen diese den Anforderungen der VERT-Filterliste entsprechend. Werden andere DPF verwendet, so ist für diese mindestens die gleiche Abscheiderate für Dieselpartikel nachzuweisen.
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Abgasabsaugungen müssen mit Unterdruck arbeiten und so gestaltet sein, dass sie die Abgase an der Austrittsstelle möglichst vollständig erfassen und so abführen, dass sie nicht in Arbeitsbereiche gelangen.
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Eine Absaugung der DME ist immer erforderlich, wenn in der Fahrzeughalle aus zwingenden Gründen noch persönliche Schutzausrüstungen untergebracht sind. So wird vermieden, dass die Einsatzkräfte– die im Alarmfall unter erhöhter körperlicher Belastung stehen – während des Umkleidens vermehrt DME inhalieren.
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Die Installation einer zentralen Druckluftversorgung für Fahrzeuge verhindert nicht das Austreten von DME. Lediglich die Standlaufzeit der Fahrzeuge wird dadurch verkürzt. Insofern ist diese Maßnahme primär unter einsatztaktischen Aspekten (verkürzte Ausrückzeiten) zu sehen. Eine Kontamination der Halle mit DME wird dadurch nicht signifikant vermieden.
                  .   Die Schläuche von Abgasabsauganlagen müssen
                    - so verlegt werden, dass keine Stolpergefahren entstehen, z.B. durch Zuführung von der Hallendecke her.
                    - für die maximal mögliche Temperatur ausgelegt sein. Metallschläuche müssen mit Handgriffen ausgerüstet sein, von denen keine Verbrennungsgefahren ausgehen können.
                    - strömungstechnisch so gestaltet sein, dass sich in Ihnen möglichst keine DME ablagern können.
Werden Fahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen eingesetzt, die über Motoren der Klasse Euro 5 verfügen, so benötigen diese keine weitere Abgasnachbehandlung.

 

Wartung und Instandhaltung

                  .   Abgasabsaugungen und raumlufttechnische Anlagen sind jährlich zu prüfen (Nr. 3.7 BGR 121).
                  .
Die Wartung der Fahrzeuge muss entsprechend den Herstellerangaben erfolgen.

 

 

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